Artikel 10 - Eierschecke

Als die betagte ehemalige DDR-Schauspielerin Sybille Kretschmer von der Hochzeit ihres Sohnes zugunsten seines Vaters, ihres Ex-Manns, ausgeladen wird, ist die etwas angetrunkene Dame sehr verletzt. Ihr Sohn mache es sich sehr leicht, sie sei nicht die „böse Hexe“, für die er sie hält. In mehreren Sprachnachrichten an ihren Sohn schweift sie in ihre Erinnerungen ab und erzählt, wie es am Theater in der DDR war und warum alles so kam, wie es gekommen ist.

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Sybille ist eine betagte ehemalige DDR-Schauspielerin am Deutschen Theater. Sie lebt in einer kleinen Single-Wohnung in Charlottenburg. Als sie sich wie jeden Abend ein Glas Wein einschenkt, erhält sie eine Sprachnachricht ihren Sohnes Matthias: Er wird seine Freundin heiraten und Sybille nicht auf die Hochzeit einladen, weil Papa kommen solle – und es sonst nur wieder Streit gäbe. Er bitte um Verständnis, denn das sei das einzig Richtige.

Und so beginnt Sybille – erst wütend und etwas polemisch, dann sanftmütiger und zunehmend angetrunken – ihrem Sohn mehrere Sprachnachrichten zurückzuschicken. Sie erklärt ihm, wie das Leben in der DDR war als Schauspieler-Ehepaar, warum ihr Ex-Mann sich von ihr trennte und warum Matthias sie immer als die Hexe wahrgenommen hat.

Kai Schwind schafft in diesem On-Location-Hörspiel einen spannungsvollen Hörspielmonolog mit tiefen Einblicken in die Historie eines Landes und einer alten, einsamen Frau.

Alle Folgen in der Übersicht

Die Macher*innen

Kai Schwind

Autor

Kai Schwind (Jahrgang 1976) ist Autor, Regisseur, Podcaster und Medienwissenschaftler. Mit „Die Ferienbande“, einer Parodie auf die Jugendhörspiele der 80er Jahre, gab er seinen Einstand in der deutschen Hörspielszene. Seitdem hat er sich als Autor und Regisseur bei den unterschiedlichsten Hörspiel-, Hörbuch- und Live-Hörspiel-Projekten einen Namen gemacht - unter anderem mit dem found-footage Hörspiel „Das Lufer-Haus“ oder als Regisseur und Co-Autor der großen „Die Drei ???“ Live-Touren.

Sybille Kretschmer

Luise Lunow

Sybille ist nun schon über 70 und wohnt allein in ihrer kleinen Wohnung in Charlottenburg. Früher war sie Schauspielerin in der DDR und behält sich bis heute ihre Grazie und ihre Anmut. Als ihr Sohn sie von seiner Hochzeit auslädt - zugunsten seines Vaters, ihres Ex-Manns - ist sie sehr verletzt, denn sie ist nicht die "böse Hexe", für die er sie hält. Sie schickt ihm also Sprachnachrichten, ist stark, verletzlich und sehr direkt. Am Ende ist sie im Reinen mit sich.

Luise Lunow ist eine vielseitige Schauspielerin, die neben Berlin auch in vielen anderen Städten Deutschlands auf der Bühne stand. Seit mehr als 60 Jahren leiht sie unzähligen Schauspielerinnen ihre Stimme und wurde dafür 2019 mit dem „Deutschen Synchronpreis - Ehrenpreis fürs Lebenswerk“ ausgezeichnet. Ihr RAP „Enkelschreck“ für die ARD erreichte ein Millionenpublikum und ihr Buch „Auch eine Rosine hat noch Saft“ ist eine spannende Zeitzeugen-Geschichte. Sie hat viele Hörspiele gesprochen und ist noch heute ständiger Gast in den Studios. Sie kennt das Leben im damaligen Ost-Berlin und in West-Berlin, vielleicht ging ihr deshalb ihre Geschichte aus „Eierschecke“ so unter die Haut.

Der Artikel im Grundgesetz

Artikel 10

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.

(2) Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden. Dient die Beschränkung dem Schutze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder des Bestandes oder der Sicherung des Bundes oder eines Landes, so kann das Gesetz bestimmen, daß sie dem Betroffenen nicht mitgeteilt wird und daß an die Stelle des Rechtsweges die Nachprüfung durch von der Volksvertretung bestellte Organe und Hilfsorgane tritt.