Artikel 3 - Equals

Kat Kaufmann erzählt in ihrem episodischen Hörspiel „Equals“ die Geschichte von drei Menschen, die miteinander zusammenhängen: Navid, Anne und Milan. In allen drei Geschichten erfahren die Protagonist*innen Diskriminierung am eigenen Leib in ganz unterschiedlicher Form.

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***Achtung Triggerwarnung: Dieses Hörspiel enthält Szenen sexualisierter Gewalt. Das kann belastend und retraumatisierend wirken.***

Kat Kaufmann erzählt in ihrem episodischen Hörspiel „Equals“ die Geschichte von drei Menschen, die miteinander zusammenhängen: Navid, Anne und Milan. In allen drei Geschichten erfahren die Protagonist*innen Diskriminierung am eigenen Leib in ganz unterschiedlicher Form.

Zuerst lernen wir Navid (25) kennen und erfahren in einem angetrunkenen Gespräch mit seinem Freund, dass Navid sich mit einer Frau getroffen hat – und sie im mitgeteilt hat, dass sie jetzt vielleicht von ihm schwanger sei. Doch das ist nicht alles: Denn der „Sex“ hat ganz andere Ausmaße angenommen...

Diese Frau ist Anne (36). In der zweiten Episode erfahren wir, wie es zum Date zwischen ihr und Navid kam und warum Anne bereits angetrunken erschien. Wir begleiten Anne zur Frauenärztin, die ihr erst erzählt, wie teuer und schwierig es werden wird, Annes Kinderwunsch zu erfüllen – sie sei schließlich schon 36 und damit eigentlich zu alt. Außerdem wird bei ihr erneut HPV festgestellt.

In der dritten Episode geht es um Milan (30), der früher eine Frau war und jetzt ein Mann ist. Milan bewirbt sich in einer Firma als Gleichstellungsbeauftragte, wird jedoch einfach so abgelehnt, weil er ein Mann sei und die Stelle nur Frauen vorbehalten sei. Das spült sämtliche Erinnerungen, jeden Struggle und jede Ungerechtigkeit wieder nach oben, die Milan auf seinem bisherigen steinigen Weg widerfahren sind.

Am Ende hängen alle Geschichten zusammen. Und stehen doch für sich.

Alle Folgen in der Übersicht

Die Macher*innen

Kat Kaufmann

Autorin

Kat Kaufmann wurde 1981 in St. Petersburg geboren, Anfang der 90er emigrierte ihre Familie nach Deutschland. Sie ist als Schriftstellerin, Komponistin und Fotografin tätig. 2015 erschien ihr Debütroman „Superposition“, der mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Auf Deutschlandfunk Nova moderierte sie die Radiosendung „How To Russian“, auf FYEO kann man sie zusammen mit Aurel Mertz im Podcast „Zentrale Zeitgeist“ hören.

Anne

Luise Helm

Anne (36) kann ihren Ohren nicht trauen, als die Frauenärztin ihr eröffnet, dass sie und vor allem ihre Eizellen für ihren jetzigen Kinderwunsch eigentlich zu alt seien. Außerdem würde es jetzt wahrscheinlich sehr teuer. Dabei hat Anne doch alles so gemacht, wie es die Gesellschaft von einer ehrgeizigen jungen Frau verlangt: Studium, keine Kinder, Familienplanung weit nach hinten schieben, um Sicherheit zu haben. Und dann kommt auch noch das Ergebnis einer Routineuntersuchung – die HPV-Infektion, die Annes Ex-Freund ihr angeschleppt hat, ist wieder da.

Luise Helm wurde 1983 in Berlin geboren. Schon im Alter von fünf Jahren machte sie erste Erfahrungen mit der Synchronarbeit, seit ihrem 10. Lebensjahr steht sie auch vor der Kamera. Sie war in diversen Fernsehkrimis wie „Polizeiruf 110“, „Tatort“, oder „Die Kommissarin“ zu sehen, spielte aber auch in den Kinofilmen „Wie Feuer und Flamme“ (2001) und „Am Tag als Bobby Ewing“ starb (2005) mit. Luise Helms Stimme zählt zu einer der bekanntesten deutschen Stimmen: so leiht sie nicht nur Hollywoodgrößen wie Scarlett Johansson, Sally Hawkins und Emma Stone ihre Stimme, sie liest und spielt zudem auch in zahlreichen Hörbuch- und Hörspielproduktionen.

Navid

Max Hegewald

Navid ist ein zarter, sehr junger Mann im Alter von 25 Jahren. Er hat Anne zufällig beim Tindern entdeckt, sich mit ihr getroffen und wurde von ihr – obwohl er das nicht so nennen würde – vergewaltigt. Er trifft sich mit seinem besten Freund in einem Restaurant und kann darüber nur schwer reden. Er spielt die seelische Gewalt vor seinem Freund herunter, während wir merken, wie sehr es ihn beschäftigt und nachhaltig verletzt hat.

Max Hegewald ist als Schauspieler, Regisseur und Autor tätig. Ab 2007 arbeitete er an der Volksbühne Berlin und dem Ballhaus Ost. 2012 wurde er für den „New Faces Award“ & „Max Ophüls Preis“ nominiert. 2011 erhielt er die „Goldene Kamera“, 2012 den „Studio Hamburg Nachwuchspreis“ als bester Schauspieler. 2012 entstand der mehrfach ausgezeichnete Film „Schnee Essen“. 2013-2016 studierte er Drehbuch an der Filmuniversität Potsdam Konrad Wolf. Im Studium entstanden zahlreiche Kurz- und mittellange Filme, die auf diversen Festivals liefen. Sein Abschlussfilm ist der Kino-Dokumentarfilm „Silvia Is My Name“, der von dem Kampf einer Massaifrau für Frauenrechte in Kenia erzählt. Es folgte ein Master in Regie an der Hamburg Media School.

Florian Halm

Erzähler

Florian Halm begleitet uns als Erzähler mit seiner schönen und warmen Stimme durch die drei Geschichten. Vor allem führt er uns durch Milans inneren Kampf – Milan war früher eine Frau und ist jetzt ein Mann. Doch als Milan Gleichstellungsbeauftragter in einer Firma werden möchte, wird er einfach so abgelehnt, weil er ein Mann sei und die Stelle nur Frauen vorbehalten sei. Milan fühlt sich unverstanden und diskriminiert, nach so vielen Jahren des Struggles um seine Identität. Also sucht er dafür Hilfe vor Gericht – vergebens.

Florian Halm, 1964 in München geboren, ist Schauspieler, Synchronsprecher und Synchronregisseur. Bereits als 9-jähriger sprach er 1973 den Jim Knopf in der zweiteiligen Hörspielserie „Jim Knopf und die Wilde 13“ nach dem Buch von Michael Ende. Für das Fernsehen lieh er seine Stimme der Hauptfigur der Zeichentrick- und Hörspielserie „Wickie und die starken Männer“. Seitdem ist Florian Halm ein gefragter Synchronsprecher in Kino und Fernsehen. So ist er u.a. die feste deutsche Synchronstimme von Jude Law und Colin Farrell. Als Schauspieler stand er unter anderem mit Götz George, Karin Baal, Horst Tappert oder Lieselotte Pulver vor der Kamera.

Der Artikel im Grundgesetz

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.