Affäre Deutschland

Ein Parkplatz in der Schweiz und ein Koffer mit einer Million Deutsche Mark – diese Begegnung zwischen einem Waffenhändler und dem Schatzmeister der CDU trat in den 90ern eine Lawine los, die Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl fast sein Vermächtnis kostete.

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Beschreibung

Alles beginnt mit einem Koffer. Im August 1991 ist der Schatzmeister der CDU, Walther Leisler Kiep, auf einem Parkplatz in der Schweiz verabredet mit dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber. Der hat eine Million Deutsche Mark für Kiep dabei – in bar, im Koffer. Diese Million wird eine Lawine lostreten, in der viele Politiker ihre Ämter und ihren Ruf verlieren. Im Zentrum der Affäre: Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Bald wird klar: Unter ihm hat die CDU jahrelang schwarze Konten geführt - mit viel Geld, dessen Herkunft unklar ist.

Der FYEO Original Podcast „Affäre Deutschland” erzählt den größten Parteispendenskandal der Nachkriegsgeschichte. Zu Wort kommen Menschen, die damals mit dabei waren: Als Unterstützer Kohls in der bittersten Krise. Als Kritiker, die ihn nicht einfach so davonkommen lassen wollten. Als Ermittler, die erst Codes knacken mussten, um den geheimen Konten auf die Spur zu kommen. Und als politische Gegner, die mühsam versucht haben aufzudecken, was Kohl wirklich wusste.

Die Spendenaffäre rüttelt im Jahr 1999 schwer am Denkmal Kohl: Eigentlich wird er gerade für die deutsche Wiedervereinigung gefeiert, die ihr erstes Jubiläum hat. Kohl kämpft mit aller Kraft um sein Erbe. Nicht nur gegen die Ermittler, sondern schließlich auch gegen seine eigene Partei, die CDU. Die weiß, dass sie mit Kohl hart ins Gericht gehen muss, wenn sie nicht mit ihm untergehen will. Am Ende legt sie ihr Schicksal in die Hand einer jungen Politikerin, die die Partei in eine neue Zukunft führen soll: Angela Merkel.

Unser Host & unsere Produzenten

Cornelia Neumeyer

Cornelia Neumeyer ist freie Journalistin in München. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und International Business in Bamberg und Schottland studiert. Danach besuchte sie die Deutsche Journalistenschule. Sie arbeitet als Autorin und Redakteurin für die Podcast-Produktionsfirma ikone media und für PULS beim Bayerischen Rundfunk. Bei der Recherche für „Affäre Deutschland” war sie überrascht davon, dass die Spendenaffäre kaum Folgen für die involvierten Politiker hatte – und wie nachhaltig der Skandal Deutschland verändert hat.

Lorenz Schuster

Lorenz Schuster beschäftigt sich mit Klang. Während des Studiums der Kommunikationswissenschaft und der Phonetik kam er zum Radio, wo er heute als Sprecher, Sounddesigner und Hörspielregisseur tätig ist. Für FYEO verantwortete er auch die Regie für „Lynn ist nicht allein“. Außerdem studierte er elektronische Musik und Audiodesign in Basel und steht seitdem als Komponist und Produzent von Hörspiel-, Podcast- und Theatermusik auf und hinter der Bühne. „Affäre Deutschland“ hat ihm klargemacht, dass früher nicht alles anders, aber vieles besser war – zumindest, wenn man heimlich mit Millionen hantieren musste.

ikone media

ikone media produziert Podcasts und Audio-Stories. Ein Team von Journalistinnen und Journalisten, die das Hören und Erzählen lieben – in Dokumentationen, Reportagen und Interviews. Bei „Affäre Deutschland“ dabei, von links: Cornelia Neumeyer (Recherchen und Interviews), Reinhard Röde (Produzent, oben), Niklas Gramann (Audioproduktion, sitzend), Constanze Radnoti (Regie und Recherchen), Marion Härtel (Archivrecherche). Nicht im Bild: Christine Auerbach und Birgit Frank (Redaktion und Manuskripte), Maria Christoph, Vera Weidenbach, Maria Wölfle (Recherchen und Interviews), Monika Preischl (Archivrecherche).